Beleg für konsequente Qualitätspolitik - Ehrung in München (DLG) Nach vielen Jahren war München wieder Anziehungspunkt für das Backgewerbe. Das Oktoberfest und die "iba", die Weltmesse des Backens, waren vorläufiger Jahreshöhepunkt. Groß war die Freude bei der Konditorei - Café Rolf Breithaupt Bäckerei GmbH aus Darmstadt, als sie auf der "iba" auch noch ausgezeichnet wurde. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hatte zu einer feierlichen Siegerehrung geladen, um den "Preis der Besten" in Gold zu vergeben. Dies ist die höchste von der DLG vergebene langjährige Betriebsauszeichnung. DLG-Präsident Philip Freiherr vom Bussche überreichte Medaille und Urkunde an Bettina Breithaupt und Stefan Förster-Breithaupt, beide Bäckermeister der Rolf Breitaupt Bäckerei GmbH. Diese Siegerehrung zählt seit Jahren zu den Spitzenveranstaltungen der deutschen Ernährungswirtschaft. Alles, was in der Branche Rang und Namen hat, war in München vertreten. "Verbraucher wünschen nicht nur Qualität, sie verlangen auch einen Nachweis", erklärte der DLG- Präsident bei der Verleihung. Daher erhalte die belegte Qualität zunehmend an Bedeutung. Gerade die ehrgeizig und anspruchsvoll klingende Auszeichnung "Preis der Besten" bestätige, dass "Qualitätsorientierung und glaubwürdige Dokumentation für den Preisträger nicht nur leere Worte sind, sondern dass er hierauf seit Jahren besonderen Wert legt", so Freiherr von dem Bussche. Der "Preis der Besten" in Gold würdigt die Gesamtleistung eines Betriebes. Ihn erreicht nur, wer mindestens 15 Jahre lang ununterbrochen jährlich mehrere hohe DLG-Prämierungen erzielt. Den besonderen Rang dieser Auszeichnung bestätigen die folgenden Zahlen noch: Nur 73 Unternehmen aus der Backwarenbranche von insgesamt rund 21.000 Betrieben aus ganz Deutschland erhielten dieses Jahr den begehrten "Preis der Besten" in Gold. Damit gehören weniger als ein Prozent in Deutschland zum Elite-Kreis der DLG.

Wer? Wann? Was? - Darmstädter Echo, Oktober 2000

Karl Wendel (48), Stefan Förster-Breithaupt (34) und Matthias Bormuth (38): Drei Darmstädter Bäcker lassen sich von "wer wann was" zu einem freundschaftlichen Ulk verführen. Gemeinsam verkosteten die Drei gestern früh vor der Kamera jeweils die besten Backwaren des anderen. Und zollten sich gegenseitig vollmundiges Lob. Grund für den Konvent: Obwohl im Alltag mit freundschaftlicher Konkurrenz verbunden, ist das Trio - zur eigenen Überraschung - nun bundesweit vereint. In der November-Ausgabe des internationalen Hamburger Gourmet-Journals "Der Feinschmecker". In den Lukullus-Magazin erhalten Wendel (Kranichstein), Förster-Breithaupt (Bessungen) und Bormuth (Innenstadt-Back-Krösus) den Ritterschlag, die Herausragendsten ihres Fachs in Darmstadt zu sein. Die dem Heft beigefügte Broschüre "Die besten Bäcker in Deutschland" nennt 450 Adressen. Vorangegangen waren drei Monate Recherchen um rund 1.000 Bäckereien. "Feinschmecker"-Leser, Spitzenköche und Kulinar-Redakteure konnten Bäcker ihrer Wahl empfehlen. Von denen schickten rund 700 je ein Roggenbrot und ein Brot eigener Wahl zur Verkostung ein: Auch streng wissenschaftlich vorgenommen in der Bundesforschungsanstalt für Getreide in Detmold. Danach machten sich noch mal "Feinschmecker"-Mitarbeiter auf den Weg, bei den insgesamt 450 Ausgewählten Angebot und Kundenservice zu überprüfen. Selbstverständlich inkognito. Die Hürde in Detmold mit Bravour genommen zu haben, freut den Darmstädter Bormuth: "Die Getreideforschungsanstalt ist sozusagen der Vatikan des deutschen Backhandwerks. Und ihr Chef, Professor Brümmler - der ist der Pabst." Gelobt wurde bei den Darmstädtern und vielen anderen Gekürten, dass sie mit Bio-Mehl und sogar Getreide aus eigener Mühle arbeiten - industrielle Vormischungen jedoch strikt ablehnen. Die Darmstädter lassen sich ihr Mehl von der Ober-Ramstädter Schlossmühle kommen, wofür sie weit mehr als den Weltmarktpreis bezahlen - dabei aber gleichzeitig ein Anbauprogramm regionaler Bauern unterstützen. Zurück zum Test in der Echo-Redaktion: Bormuth war verzückt von Wendels Berliner Landbrot wegen "der natürlichen Sauerteigführung". Das Breithauptsche Datterich-Brot huldigt ebenfalls dem Sauerteig. Bormuth brachte Wurzelbrot mit (Karotten und Mais); zudem Kürbisbrot aus Früchten eines Viernheimer Bauern. Bei solchen Krusten-Kings greift auch "Feinschmecker"-Redakteur Kersten Wetenkamp (34) gern zu.